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Die Blasmusik der Siebenbürger Sachsen in Elixhausen mag zwar eine der jüngsten hierzulande sein, aber insgesamt blickt sie auf eine sehr lange Tradition zurück. Schon im Mittelalter gab es in den siebenbürgisch-sächsischen Gemeinden bei kirchlichen Feiern musikalische Helfer. Daraus entwickelten sich die Blasmusikkapellen. In Nordsiebenbürgen nannten sie sich „Turner“ (Turmbläser), in Südsiebenbürgen „Adjuvanten“ (Helfer).

Bild: Botscher Bauernkapelle 1914
Die Neugründung der Botscher Musikkapelle fand 1947 in Salzburg statt (In Botsch gab es seit 1856 eine Musikkapelle).
Dafür sorgten folgende Musiker als Gründungsmitglieder:
Fleischer Stefan (Bohn) auf dem Platz
Kräutner Johann (Blondriaß)
Böhm Johann
Haltrich Stefan sen.
Fleischer Johann sen. (Bohn auf dem Graben)
Fleischer Stefan jun.
Wagner Johann sen. (Wungerbatschi)
Kräutner Michael, Bergheim
Lutsch Georg sen. (Wellner)
Both Michael (Bohn Misch)
Hartig Michael sen. (Friem)
Alzner Johann sen.
Fleischer Stefan sen. (Bohn)
Kräutner Johann
Hartig Hanns
Weitere Mitglieder in dieser Zeit waren:
Haltrich Stefan jun.
Fleischer Johann jun.
Bierfeld Michael
Lutsch Georg jun. (Wellner)
Hartig Michael jun. (Friem)
Alzner Johann jun. (Surdu)
Dietrich Andreas
Hartig Hanns Bubi
Hartig Gustav
Kräutner Georg (Kopal)
Botscher Bauernkapelle 1941
Das Gründungsfest fand im Jahr 1950 statt.
Einige Mitglieder der ehemaligen ,,Turner" aus Botsch hatten auf der Flucht auch ihre Instrumente mitgebracht, und nach Überwindung vieler Anfangsschwierigkeiten konnten sie 1950 als ,,Blasmusik der Siebenbürger" auftreten.

Bild: Blasmusik 1958
Anfang der 50er Jahre startete Deutschland die sogenannte ,,Kohlenaktion". Flüchtlinge aus Österreich, die sich verpflichteten, in den Kohlengruben im Ruhrgebiet zu arbeiten, erhielten die deutsche Staatsbürgerschaft und zugleich ein Eigenheim. Das Angebot war so verlockend, dass eine große Zahl der Flüchtlinge nach Nordrhein-Westfalen übersiedelte. Dadurch verlor auch die neu erstandene Musikkapelle die meisten Musiker.
Der Versuch der zurückgebliebenen Flüchtlinge, eine geschlossene Siedlung zu errichten, gelang in der Gemeinde Elixhausen.
Aus Innsbruck holte man den ehemaligen Lehrer und Treckführer von Botsch, Richard Engler, der den Aufbau der Siedlung Sachsenheim durchführen sollte. Unter anderem stellte er mit sieben angelernten und fünf ehemaligen Botscher Musikern die ,,Blasmusik der Siebenbürger" in Elixhausen-Sachsenheim auf. In einer provisorisch errichteten Baracke in Sachsenheim fanden die Proben statt. In der Baracke wurden auch die Gottesdienste abgehalten. 1961 zählte die Musikkapelle schon 33 Mitglieder. 1962 begannen die Sachsenheimer mit dem Bau eines Kulturhauses (Vereinshaus), und schon ein Jahr darauf konnte die Musikkapelle in den vorgesehenen, aber nicht ganz fertig gestellten Musikerraum übersiedeln.
Mit den 1965 bestellten 26 Trachtenjoppen und 28 neuen Trachtenhüten konnte sich die Musik in Siebenbürgischer Tracht zeigen. Das kulturelle und gesellschaftliche Leben in einer Dorfgemeinschaft wäre ohne die Blasmusik kaum denkbar.

v.l.n.r.:
1.Reihe: Alzner Maria (Keintzel), Kasper Ernst, Rehlendt Johann
2.Reihe: Schatz Johann, Dietrich Andreas, Jung Johann, Jung Michael,
Haltrich Stefan sen., Enger Richard, Keintzel Karl, Hermann Johann,
Brettfeld Stefan, Both Michael, Haltrich Stefan jun.
3.Reihe: Adamek, Kräutner Michael, Kräutner Johann, Salmen Kurt, Kräutner Georg,
Alzner Georg, Engler Dieter, Knusper, Hartig Johann, Eichhorn Martin
4.Reihe: Fleischer Johann, Bierfeld Michael, Wagner Hans, Kräutner Johann,
Daichendt Michael, Brettfeld Johann, Alzner Johann, Keintzel Robert

Bild: Blasmusik 1991
v.l.n.r.:
1.Reihe: Weissgerber Hias, Bierfeld Markus, Alzner Hans-Jürgen, Konnerth Stefan
2.Reihe: Bierfeld Verena, Hermann Kurt, Alzner Herbert, Rögl Johann,
Eichhorn Dietmar, Eichhorn Wieland, Lutsch Johann, Schmid Astrid
3.Reihe: Ruff Sepp, Dietrich Michael, Hermann Johann, Schatz Georg,
Bierfeld Michael, Löcker Klaus, Brettfeld Brigitte, Graggaber Peter
4.Reihe: Feinderth Johann, Johrend Johann, Bierfeld Johann, Alzner Georg,
Buchholzer Ingo, Weissgerber Robert, Alzner Johann
„30 Jahr-Feier der Siebenbürger in Salzburg“ und das Fest des „25-jährigen Bestehens der Blasmusik der Siebenbürger in Elixhausen-Sachsenheim" erreichte Sonntag, den 6. Juli 1975, mit einem Festakt in Elixhausen seinen Höhepunkt. Die Feierlichkeiten hatten schon am 2. Juli mit einem Festabend begonnen. Beim Festgottesdienst hielt der seinerzeitige Ortspfarrer der Gemeinde Botsch, aus der die Siebenbürger nach Salzburg gekommen waren, Sepp Scheerer, die Predigt. Richard Engler, der den Treck der Auswanderer aus der alten Heimat geführt hatte und jetzt als Obmann der Nachbarschaft das enge Verhältnis der Sachsenheimer Siedler untereinander fördert, sprach Worte des Gedenkens an harte Kriegszeiten und einen mit viel Mühe verbundenen Beginn.
Am Festakt, in dessen Rahmen auch eine Gedenksteinenthüllung auf dem Programm stand, nahmen 27 Musikkapellen, 38 Trachtenvereine und weit über 1000 Besucher teil. Die Blasmusik der Siebenbürger hat in den abgelaufenen Jahren unter anderem an Veranstaltungen in Graz, München, Drabenderhöhe und Stuttgart teilgenommen.
Als Höhepunkt in der Geschichte der Blasmusik der Siebenbürger steht die 3-wöchige Konzertreise in die Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada. Vom 10. Juli bis 31. Juli 1982 konzertierte die Trachtenmusik in 12 Städten der ,,Neuen Welt“, unter anderem in Detroit, Windsor, Kitchener, Youngstown, Columbus und Chicago. Die Lokalzeitungen brachten Bilder von Elixhausen und waren von den Darbietungen begeistert. Die Mitglieder der Blasmusik freuten sich den Namen Elixhausen in die weite Welt hinaus getragen und einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet zu haben.
Im Jahr 2001 verzeichneten wir 30 Ausrückungen.
Im Jahr 2002 verzeichneten wir 25 Ausrückungen.
Im Jahr 2003 verzeichneten wir 26 Ausrückungen.
Im Jahr 2004 verzeichneten wir 24 Ausrückungen, der Höhepunkt war das 50-jährige Bestandsjubiläum des Siebenbürger Vereins Salzburg sowie das Botscher-Treffen in Elixhausen.
Kapellmeister seit dem Jahr der Gründung
1856 – 1876 Windt
1876 – 1892 Müller
1892 – 1912 Zikeli
1912 – 1919 Müller
1916 – 1924 Fleischer Stefan (HausNr. 52)
(in Kriegszeiten)
1925 – 1932 Hartig Johann
1932 – 1944 Engler Richard
1945 – 1947 Hartig Johann
1947 – 1954 Hartig Gustav
1954 – 1970 Engler Richard
1970 – 1985 Alzner Johann
1985 – 1990 Eichhorn Dietmar
1990 – 1995 Alzner Johann
1995 – 2004 Eichhorn Dietmar
2004 – dato Alber Florian